Schule für syrische Flüchtlingskinder

Spendenstand Deutschland & Schweiz

12'060 €  (Stand: 28.06.2017)

Vielen herzlichen Dank an alle Spender!

 

 

Andreas Blum mit Toni Kurmann SJ, Jesuitenmission Zürich Andi und Toni Kurmann SJ, Jesuitenmission Zürich (24.02.2015) (Foto: Ralph Bohli)

Mir liegt diese Spendenaktion besonders am Herzen: Bei meinen bisherigen Reisen war ich bereits zweimal in Syrien und habe große Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren. Sie ist für mich also auch ein Dankeschön an die Syrer. Ich hoffe, dass sie weiterhin erfolgreich ist und den Kindern eine Zukunft gibt.

 

 

 

 

 

 

Libanon- Projekte und Arbeit des JRS

 

Es ist jetzt das sechste Jahr des syrischen Konflikts, und die Zahl der syrischen Flüchtlinge, die sich im Libanon niederlassen, hat sich auf etwa 1.200.000 Personen erhöht (nach Schätzung des UNHCR - ohne die illegalen Flüchtlinge). Die JRS-Projekte konzentrieren sich an überfüllten Orten, an denen die meisten Syrer stranden. Vor allem in Al Bekaa, in den Lagern in Nahriyye und Telyani, und vorrangig dort, wo die grundlegenden Lebensbedingungen nicht erfüllt sind – also vor allem in Baalbek, wo die meisten Flüchtlinge zu Fuß über die Grenze strömen, darunter Kinder, Frauen und ältere Menschen. Auch in Nabaa und im im Jbeil Bezirk, das schon vor dem Eintreffen der syrischen Flüchtlinge als vernachlässigtes und armes Gebiet bekannt war, hat sich die Situation verschärft. Flüchtlinge, die hierher gedrängt wurden, werden von den örtlichen Gemeinden und Behörden sehr schlecht behandelt.

 

All diese Faktoren, angefangen vom Konflikt in Syrien über die Binnenmigration, die schließlich in der Migration in ein anderes Land endet, in dem das Leben voller Schwierigkeiten ist, hat zu einer medizinischen, psychologischen und ernährungsbedingten Verschlechterung geführt. Die vorherrschende Situation ist nicht nur ein Spiegelbild des Konflikts, der die Lebensaspekte vor Jahren schon negativ beeinflusst hat, sondern jetzt die Tragödie, die die Syrer täglich leben und erleben. Ohne Zweifel hat all dies immense Auswirkungen auf die psychologische Haltung und die Verhaltensweisen bei Kindern wie Erwachsenen.
Die meisten Flüchtlinge leben mit ihren Familien unter verschlechterten sozialen und wirtschaftlichen Situationen, oft fehlen grundlegenden Dienste wie Strom oder Wasser.
Mit all den erwähnten Leiden, den Schwachstellen in der Infrastruktur bei gleichzeitiger Zunahme der zu versorgenden Zahl an Menschen, sind die wesentlichen Faktoren benannt, die zu einer hohen Zahl an Schulabbrüchen, rastlosem Umherziehen auf der Suche nach Einkommensmöglichkeiten und zum Betteln auf offener Straße führen.

Die Umstände beeinträchtigen sowohl die körperliche als auch seelische Gesundheit vor allem der Kinder:
•    Hohe Raten bei Hyperaktivität, Angstzuständen, Depressionen, Lethargie, Ess- und Schlafstörungen, Wut und Erschöpfung, und Schwierigkeiten in der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben. Einige versuchten, Suizid zu begehen oder hegen suizidale Gedanken.
•    Zunehmende Berichte über häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch.
•    Lern- und Sprachschwierigkeiten, Gewalttätigkeit, Konzentrationsstörungen und Bettnässen sind keine Seltenheit.
•    Die meisten Kinder haben Gewalt erfahren oder sind selbst gewaltsam von ihren Familien getrennt worden.
•    Diskriminierung, Feindseligkeit, Bloßstellungen und Schikanen durch die Einheimischen.
•    Starke Gefühle der Unsicherheit und Stress wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation, neue und sehr harte gesetzliche Regularien, zerbrechende Familien und soziale Isolation.
•    Um die Mieten zahlen zu können, teilen sich meistens mehrere Familien den engsten Raum.

In dieser Situation haben die Dienste von JRS die wesentliche Aufgabe, Stressfaktoren zu verringern, denen die syrischen und irakischen Menschen gegenüberstehen. Die Zahl der Flüchtlinge, die von psychosozialen und psychologischen Diensten profitierten, ist in den letzten sechs Monaten des Jahres 2016 im Vergleich zum ersten Halbjahr bemerkenswert gestiegen. Dies wird ermöglicht durch die reibungslose Zusammenarbeit und Koordination mit HDF und die medizinischen Leistungen, die für die Begünstigten in Beirut und Jbeil angeboten werden. In Baalbek und Bekaa wird das gleiche ab 2017 begonnen.
In die gleiche Richtung weisen die steigenden Zahlen von Menschen, die Hilfen in den Sozialzentren, Schulen und Jugendeinrichtungen suchen und finden. Das ist ein großer Fortschrift, da inzwischen die Dienste des JRS das Vertrauen der Menschen finden und es nicht mehr als beschämend gilt, auch psychologische Hilfen zu suchen. Im letzten Jahr wurde deshalb die Arbeit von Sozialarbeitern und die soziale Fortbildung von Lehrern intensiviert. Die Nachfrage nach qualifizierten Weiterbildungen bleibt hoch und muss 2017 weiter ausgebaut werden.

Ende 2015 erhielt der JRS die Anfrage über drei Privatschulen in Baalbek (Zahrat Al Aadab, Al Nour 1, Al Nour 2), das Recht auf Bildung von Flüchtlingskindern in Baalbek zu unterstützen und ihnen zu helfen, ein normales Lebensgefühl zu pflegen. Ziel ist die Kontinuität in ihrer Schulbildung durch die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Bildung. JRS begann im Januar 2016 die drei Schulen zu führen. Am 1. August 2016 eröffnete JRS auch ein Bildungs- und Sozialzentrum für syrische Damen und andere Personen aus der örtlichen Gemeinde. Im Sommer 2016 fanden zahlreiche soziale Aktivitäten für die Flüchtlingskinder statt und der JRS stellte zusätzliche Lehrkräfte für das laufende Schuljahr ein.

In Jbeil sind die Schwerpunkte weiterhin die schulische Ausbildung von Kindern und sozial-psychologische Betreuung von Flüchtlingsfamilien insbesondere durch die Besuchtsteams. Ein Durchbruch war die offizielle Anerkennung der Schulen durch das libanesische Kultusministerium im Oktober 2016. Die Ausbildung wurde im letzten akademischen Jahr deshalb den regulären Lehrplänen angepasst und drei Klassen haben das Jahr im regulären Schulcurriculum begonnen. Erste Evaluationen bestätigen die Qualität der Angebote, zusätzlicher Bedarf wurde bei speziellen psychologischen Angeboten festgestellt. Da die Warteliste für die konkreten Hilfen zu lang ist (oft 2 oder mehr Monate), werden 2017 zwei neue Psychologen angestellt. Eine Stelle ist nur für Sprachtherapie vorgesehen, für die besonders dringlicher Bedarf besteht.
Der Kindergarten läuft sehr gut und wird fortgeführt. Ein Engpass entsteht bei den Besuchsteams, die auch Nahrungsmittelhilfen verteilen. Hier versuchen wir, auch neu ankommende Familien in die Versorgung aufzunehmen, arbeiten aber bereits an der Kapazitätsgrenze. Für 2017 versuchen wir die Einführung eines Rotationsverfahrens, um mehr Menschen in die Betreuung und Besuchsdienste aufnehmen zu können.

 

Die Spendenkonten der Jesuitenmission sind folgende (Spenden können von der Steuer abgesetzt werden):

 

Für Deutschland: 

Jesuitenmission

Liga Bank

IBAN: DE61 7509 0300 0005 1155 82

SWIFT-BIC: GENODEF1M05

Stichwort "Andreas Blum"

Für die Schweiz:

neues Konto, Zielort bleibt aber gleich:

Stiftung Jesuiten weltweit

PostFinance 89-222200-9

IBAN CH51 0900 0000 8922 2200 9

Stichwort "Andreas Blum"

Für Österreich:

Menschen für andere

Erste Bank

IBAN AT 94 20111 82253440000

BIC GIBAATWWXXX

Stichwort "Andreas Blum"

 

Mehr zu den Jesuiten und ihren Projekten mit Flüchtlingen:

www.jesuitenmission.de

www.jesuiten-weltweit.ch

www.jesuitenmission.at

www.jrsmena.org

www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de

www.jesuiten.ch/jrs-jesuitenfluechtlingsdienst.html

 


 
 

Spendenaufruf bis Juni 2017:
Im Libanon kommt etwa auf jeden vierten Bewohner ein syrischer Flüchtling. Seit 2013 unterstützt der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) die Flüchtlinge im libanesischen Dorf Kfar Zabad im Bekaatal nahe der Grenze zu Syrien und hat die größten Sorgen der Flüchtlinge wahrgenommen: die Bildung ihrer Kinder! Manche Kinder waren jahrelang auf keiner Schule mehr und leiden aufgrund des seit 2011 herrschenden Bürgerkriegs in Syrien unter Unsicherheit und psychischem Stress. Die von den katholischen Jesuiten eingerichtete Schule befindet sich im Erdgeschoss einer Moschee. Der bunte Mix an Religionen, Konfessionen und Sprachen läuft dort sehr gut.
Den momentan 220 Kindern werden Bildungsmöglichkeiten bis zum 7. Schuljahr und damit Perspektiven für ihr Leben angeboten – vom Libanon selbst gibt es kaum Angebote. Und an den wenigen freien libanesischen Schulplätzen haben es die Kinder nicht einfach, da einige Fächer – im Gegensatz zu Syrien – nicht in Arabisch, sondern in Französisch oder Englisch unterrichtet werden. Ziel der Schule ist es deshalb, die Schüler nach einem Intensivjahr in eine libanesische Schule überzuleiten. Über das Bildungsangebot hinaus erhalten die Kinder täglich eine warme Mahlzeit. Somit ist die Schule auch ein Ort des Friedens im Gegensatz zu Terror und Krieg, ein Ort, an dem die Kinder Ruhe und Geborgenheit erfahren.
Eine Sozialarbeiterin ist in das Schulprojekt eingebunden und ist u. a. für die Organisation von Hygieneartikel, Lebensmittelpaketen, Kleidung und Hausrat zuständig. Da der Strom der syrischen Flüchtlinge nicht abreißt, wird die Schule noch viele Kinder zu betreuen haben.

Spendenaufruf bis Mitte September 2015:
Seit 2014 unterstützt der Flüchtlingsdienst der Jesuiten über 1.000 Flüchtlinge und Asylsuchende in der türkischen Hauptstadt  Ankara und Umgebung und hat die größten Sorgen der Flüchtlinge wahrgenommen: die Bildung ihrer Kinder! Viel zu lange waren die Kinder auf keiner Schule mehr. Die Jesuiten bieten den Kindern seit letztem Herbst Bildungsmöglichkeiten und damit Perspektiven für ihr Leben an. Vor allem aber gibt die Schule, die in unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkünfte liegt, den Kindern Ruhe und Geborgenheit als Ort des Friedens im konkreten Gegensatz zu Krieg und Terror, die sie in ihrer Heimat Syrien erleiden mussten. Zudem ist sie in diesem sozial schwachen Viertel eine wichtige Alternative zu ideologischen Gruppen, die ebenfalls Unterricht anbieten. Ende Mai wurde die Schule aufgrund von Spannungen im Viertel vorübergehend geschlossen. Während an den staatlichen türkischen Schulen momentan (12. Juni - 14. September) Sommerferien sind, wird hier bald wieder unterrichtet und Hausaufgabenhilfe angeboten. Ziel ist es, möglichst vielen Kindern einen Zugang zu staatliche Schulen zu ermöglichen und zu erleichtern. Denn mit einem türkischen Schulabschluss haben sie etwas Brauchbares in der Hand.
Da der Strom der syrischen Flüchtlinge nicht abreisst, wird die Schule noch viele Kinder zu betreuen haben. Bislang sind 100 syrische Kinder in der ersten Grundschulklasse, weitere Klassen sowie 100 Kindergartenplätze sind in Planung. An den Wochenenden werden Aktivitäten für Familien, wie Sprachkurse, Frauengruppen u.a. angeboten. Dafür und vor allem für Miet- und Unterhaltskosten für das Schulgebäude benötigt das Projekt dringend Spendengelder.

Nachricht im September 2015:
An alle Spender: Es tut mir sehr leid, diese Nachricht mitzuteilen, aber aufgrund von Spannungen wurde die Schule in Ankara, für die ich bisher um Spenden gebeten habe, geschlossen. Das ist natürlich eine große Enttäuschung für alle Spender, für mich, die Jesuiten, die Eltern und besonders für die Kinder. Die eingegangenen Spenden werden aber trotzdem syrischen Schulkindern zugute kommen: sie gehen nun an ein Schulprojekt für Flüchtlingskinder im Libanon.

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01 Jul 2017 17:03:38