Tag 019 - Zum Iran

MI, 15. April 2015 – Zum Iran

Szeged

 

Am Morgen entschließe ich mich kurzfristig, doch noch eine Nacht zu bleiben, um Berichte über die letzten Tage zu schreiben.

Gestern habe ich durch die Einreise nach Ungarn auch die zwei Staaten Kroatien und Serbien hinter mir, deren Sprachen nicht auf meiner kleinen Liste mit 12 Fremdsprachen steht (s. Weltreisewortschatz).

 

Bei einer kleinen Velotour durchs Zentrum Szegeds schaue ich mir die Sehenswürdigkeiten an: besonders die Votivkirche, das Rathaus und die Synagoge. Die Stadt wurde übrigens nach einer heftigen Überschwemmung 1879 fast ganz wieder aufgebaut. Es gibt einige Velofahrer, allerdings stelle ich 50% von allen von mir gesichteten Helmträgern dar.

Mein männlicher Mitbewohner reist übrigens per Anhalter durch Europa. Finde ich eigentlich gut, das habe ich ja auch sehr gerne und mit nur guten Erfahrungen gemacht für knapp 10 Jahre. Allerdings macht er wie gesagt nicht gerade einen sehr liebenswürdigen Eindruck, hat gestern Nacht Anna mit seinen Gesprächen über die Suche nach Gott und den Frauen ziemlich gestört. Nichts gegen solche Gespräche, ganz im Gegenteil, aber bitte nicht aufdringlich.

 

 

 

 

Zum Iran

Es hat mich schon vor meiner Reise beschäftigt und es kommt durch Gespräche immer wieder dazu, dass ich merke, dass sehr viele überhaupt nichts über den Iran wissen, durch die Medien ein sehr verzerrtes Bild des Landes erhalten haben. Was sie zu wissen glauben, entspricht kaum der Realität. So ist der Iran zum Beispiel nicht arabisch. Wahlen gibt es zwar, aber zu einer "lupenreinen Demokratie" fehlt noch viel in diesem Gottesstaat. Meistens wird er allein mit Gewalt, Krieg und Terror verbunden. Ein bisschen mag das ja stimmen. Dann sollte man aber nicht vergessen, dass "westliche Staaten" auch ganz schön Dreck an den Schuhen haben. Und dass Deutschland, die Schweiz und die USA Waffen an Irans lokalen Rivalen, die Diktatur Saudi-Arabien liefern. Da haben die Medien ganze Arbeit geleistet.

Ehrlich gesagt möchte ich nicht im Iran leben. Aber es gibt mehr als ein Dutzend europäische Länder, auf die das zutrifft, und zwar aus politischen Gründen. Allerdings würde ich sie „befreundeten“ Staaten wie Saudi-Arabien, China oder den USA bevorzugen.

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 07 Sep 2016 19:12:06

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