Tag 043 - Fahrt durch muslimische Dörfer in Bulgarien

SA, 09.05.2015 – Fahrt durch muslimische Dörfer in Bulgarien

Slobozia – Schumen

 

Wie seit Beginn der Tour ist wieder Aprilwetter. Mal Sonne, mal Wolken, nur der Regen bliebt aus – der hat sich ja heute Nacht schon ausgelassen. In Bulgarien wird wieder wie in der Ukraine kyrillisch geschrieben, die Ortschilder sind aber meistens auch auf Lateinisch angegeben. Die Landschaft bis zur Grenze ist todlangweilig, rechts und links die gleichen endlosen Felder. In Călărași treffe ich René (ca. 45) aus Kassel, er macht hier gerade ein Woche Urlaub von der Arbeit und seiner Familie. Er ist schon das vierte Mal in Rumänien, ein Mal davon kam er mit dem Velo hierher. Ihm gefällt es ebenfalls, er hat hier gute Erfahrungen mit den Menschen gemacht. Über die Grenze nach Bulgarien komme ich mit der Fähre, was durch das Warten gut eine Stunde dauert.

 

 

 

Der Asphalt auf den Bundesstraßen ist übrigens wieder ziemlich gut, ich kann also problemlos fahren und auch die Landschaft genießen. Ich fahre durch einige Dörfer, die hauptsächlich von Roma bewohnt scheinen. Die Leute winken fast immer freundlich zurück. Eigentlich hätte ich Lust, in diesen muslimischen Dörfern – in jedem steht eine Moschee – zu bleiben und vielleicht unterzukommen. Ich gehe davon aus, dass das klappen würde. Leider habe ich mein Tagessoll von 150 km noch nicht erreicht, es fehlen noch gut 20 Kilometer. Wenn ich bis Dienstag Abend in Istanbul ankommen will, kann ich die nicht auslassen, denn sonst wird es beinahe unmöglich, es ist jetzt schon schwer genug. So will ich nach Erreichen der 150 Kilometer im nächsten Dorf nachfragen. Leider gefällt es mir im ersten (Venec) nicht so. Fast alle wohnen an den Hängen und es lange nicht mehr so ein naturverbundenen Dorf wie zuvor. Und die nächsten 30 Kilometer kommt leider gar kein Dorf mehr. Sie sind alle mindestens ein paar hundert Meter von der Straße entfernt und ich habe keine Lust, jedes einzelne durch einen Umweg zu begutachten. Also fahre ich nach Schumen. Dabei stellte ich mir die Frage, wieso die letzten Kilometer des Tages, kurz vor dem Erreichen des Zieles, oft so schwer sind. Entweder gibt es starken Gegenwind, Sturm, Schlaglöcher oder es regnet. Oder eine Kombination. Heute ist es eine Hügellandschaft. Zwei Mal geht es ziemlich bergab. Davor, dazwischen und danach leider auch wieder bergauf. In Schumen komme ich unter in einem preiswerten Hotel. Wenigstens kann ich so schnell meine Sachen erledigen und brauche mich nicht lange vorzustellen.

 

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 07 Sep 2016 19:26:05

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